Jüdische Geschichte in Magdeburg

Was haben Avi Primor, Willi Rosen und Otto Schlein gemeinsam?

 

Sie alle wurden, wie viele Menschen jüdischer Herkunft, von den Ereignissen des Ersten Weltkriegs und dem Umgang der deutschen Gesellschaft mit den jüdischen Soldaten geprägt. In einem Projekt haben sich Schüler einer 11. Klasse des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Magdeburg mit der Geschichte jüdischer Soldaten Magdeburgs auseinandergesetzt.

Im Juni 2016 haben sich sechs Schüler zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengefunden, um mehr über das Schicksal jüdischer Soldaten aus Magdeburg zu erfahren. Dazu besuchten sie Archive und Vorträge, nutzen Publikationen aus dem Internet und Bücher zur Geschichte Magdeburgs. Auch eine Rallye durch die Stadt auf den Spuren jüdischer Soldaten stand auf dem Programm.

All diese Informationen wurden schließlich verarbeitet und neu zusammengefasst. Die Schüler konzentrierten sich hierbei besonders auf vier Persönlichkeiten: Willi Rosen (Komponist), Otto Schlein (Arzt), Martin Beradt (Literat) und Julius Phillipson (Lehrer). Es wurde zu ihren Biografien recherchiert, es fanden sich alte Fotos, Lieder und Romane. Wichtig ist den Schülern auch die Verortung dieser Schicksale in ihrer Heimatstadt. Zu einigen gibt es bereits Stolpersteine, z.B. für Otto Schlein und Julius Phillipson. Am Rathaus findet sich eine Gedenktafel für jüdische Mitarbeiter, darunter auch ehemalige Soldaten. Um auch an weitere Schicksale zu erinnern, sollen weitere Möglichkeiten des Gedenkens geschaffen werden.

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Die Projektgruppe hat ihre Arbeit bereits mehrfach vorgestellt. So am 3.12.2016 im Forum Gestaltung im Rahmen des Zeitensprüngeprojektes und am 21.3.2016 vor Mitgliedern der DIG, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Sachsen-Anhalt e. V. und dem Förderverein „Neue Synagoge Magdeburg“ e. V. Für die weitere Arbeit ist das Anlegen eines Geocaches mit zusätzlichen Informationen geplant.

Und Avi Primor, der ehemaliger israelische Botschafter in Deutschland? In seinem Roman “Süß und ehrenvoll” beschreibt er das Leben zweier jüdischer Soldaten während des I. Weltkrieges und leistete so einen Beitrag zur Diskussion über diesen Abschnitt der Geschichte für sein Heimatland Israel und auch in Deutschland.